Nov 20
Da ist es noch gar nicht solange her, dass wir über den Start von Lively berichtet haben. Und vor noch kürzerer Zeit haben wir darüber geschrieben, dass Google das Projekt deutlich für Fremdentwickler öffnen will. Jetzt ist dies wohl alles hinfällig: Einigermaßen überraschend stellt Google Lively zum Ende des Jahres komplett ein:
“In July we launched Lively in Google Labs because we wanted users to be able to interact with their friends and express themselves online in new ways. Google has always been supportive of this kind of experimentation because we believe it’s the best way to create groundbreaking products that make a difference to people’s lives. But we’ve also always accepted that when you take these kinds of risks not every bet is going to pay off.”
Der komplette Text ist im Google Blog zu finden. Ich bin jetzt gespannt auf die Analysen, die mit Sicherheit ausführlich das “Warum” auseinandernehmen werden. [via Google]
Nov 05
Spätestens jetzt scheinen virtuelle Güter endgültig im Bewustsein der Industrie angekommen zu sein. Zumindest in China. Denn dort soll eine Steuer auf den Gewinn mit virtuellem Geld und Gütern eingeführt werden - und zwar immerhin 20%. Die Steuer soll speziell auf den Handel mit virtuellen Gütern ausgerichtet sein, die mit der Intention gekauft werden, später für einen höheren Preis verkauft zu werden. Beispiele wären also Gold- und Account Seller.
Wenig überraschend: Nach einem Bericht des Wall Street Journal waren bei einer Umfrage der Seite Sina.com über 70% von 3000 Befragten gegen die Einführung der Steuer.
“Many game players are classmates or friends in real life, thus most of them won’t have credentials when trading virtual money,” says blogger Ruan Zhanjian. “It’s difficult to prove the original value of virtual currency, though.”
So z.B. der Blogger Ruan Zhanjiang über eines der vielen Probleme, die diese Steuer mitbringen könnte. Ob sie also wirklich sinnvoll ist, ist demnach durchaus streitbar. Auf der einen Seite wird argumentiert, dass sie mehr Schutz vor Online-Diebstahl, mehr Fairness und natürlich saftige Gewinne (natürlich nicht für die Spieler) bringt. Andererseits, wie Zhanjiang schon anmerkte, ist zum Beispiel der Ursprung virtueller Güter schwierig nachzuweisen.
Aber wie auch immer - die Steuer zeigt definitiv, dass der Handel in MMOs und anderen Online-Welten kein Kleinkram mehr ist, sondern eine ernstzunehmende Entwicklung. Wie sich die Einführung in China aber wirklich auswirken wird, bleibt spannend zu beobachten. [via Gamasutra]
Oct 26

Die Firma IGA Worldwide hat sich als eine der bisher wenigen Firmen auf Ingame-Werbung spezialisiert. Nach eigenen Aussagen ist sie dabei auch erfolgreich - sehr erfolgreich. IGA hat kürzlich nämlich bekanntgemacht, mehr als 30 Millionen unique User erreicht zu haben. Das ist in diesem doch noch jungen Werbesegment eine beachtliche Zahl und ein eindeutiges Indiz dafür, wie schnell sich die Werbeindustrie auf dieses neue Feld stürzt. Gleichzeitig werden die unterstützenden Programme immer besser: IGA hat beispielsweise eine neue Software herausgebracht, die Werbetreibende wesentlich besser als bisher unterstützen soll. Peter Sispoidis, Chief technology officer von IGA, sagt dazu:
“IGA Worldwide’s intention is to make the process of incorporating dynamic in-game ads into relevant games as streamlined as possible[...]. “The new Software Development Kit is a major step in the right direction, as it aids all parties involved in placing in-game ads, from the game developers to the media buyers.”
Ich bin gespannt, wie sich eine immer weiter forschreitende Professionalisierung auf das Spielerlebnis auswirken wird. Im Idealfall profitieren ja schließlich beide Seiten davon. [via GameIndustry.biz]
Oct 08

Vor ein paar Tagen haben wir schon über Twinity berichtet:
“Die Firma Metaversum ist die Schöpferin der virtuellen Welt Twinity. Wie in MMOs wie Second Life können sich User auch hier Wohnungen oder gleich ganze Häuser kaufen oder mieten. Diese können dann, natürlich gegen weiteres Geld, im Online-Shop der Firma individuell gestaltet werden. Im Gegensatz zu SL versucht Twinity jedoch, real existierende Metropolen so genau wie möglich nachzubilden. Die erste Stadt war Berlin, im Laufe des Jahres sollen London und Singapur folgen.”
Das Virtual Economic Forum hat nun ein interessantes Interview mit dem Chief Marketing Officer von Twinity, Norbert Meinike, geführt. Themen sind unter anderem das Konzept, das Geschäftsmodell und das Potential der virtuellen Welt. Das Interview gibt es hier, und zwar als Podcast zum Download. [via VWF]
Oct 08
Auch McDonalds versucht im wachsenden Markt der virtuellen Welten für Kinder mitzuhalten. Dafür steht bei der Firma eine Neuauflage der Seite HappyMeal.com an. Virtual Worlds News schrieb vor zwei Monaten dazu:
“McDonald’s is apparently in the process of soft-launching a virtual world to take over HappyMeal.com. It’s not clear how old the world is, but the contest is still open for kids to pick the virtual world’s name–and, according to the intro video, new games, lands, events, etc., to build the world from the ground up based on videos.. So I’m guessing the transition is pretty new, possibly even just from last week. There is already an eye toward real-world integration: entering a code from actual Happy Meal boxes and bags as well as McDonald’s milk cartons and Apple Dipper bags will let users unlock exclusive items in the Flash-based virtual world.”

Heute weiß man mehr. Zum Beispiel den Namen. Und der ist, tatsächlich: McWorld. Okay, der Name ist definitiv nicht besonders kreativ. Aber gut, er ist immerhin passend. Das Konzept der Seite scheint sich nicht besonders von anderen Kinder-Communitys abzuheben. Nutzer können Avatare erstellen, ein Baumhaus beziehen, Items erwerben, Spiele spielen, chatten… Allerdings hat McDonalds natürlich eine starke Marke, und mit den Bonus-Codes auf ihren Produkten interessante Möglichkeiten (auch wenn das Konzept etwas an die Magic-Codes aus den Überraschungseiern erinnert). Zudem können die User über bestimmte Veränderungen der Welt abstimmen, beispielsweise über neue Areale. Die Seite selbst ist sehr bunt gehalten und dürfte wirklich nur Kinder ansprechen. Bleibt abzuwarten, wie sich die Community und das Konzept im Markt schlägt. [via MindBlizzard]

Sep 24

Die Firma Metaversum ist die Schöpferin der virtuellen Welt Twinity. Wie in MMOs wie Second Life können sich User auch hier Wohnungen oder gleich ganze Häuser kaufen oder mieten. Diese können dann, natürlich gegen weiteres Geld, im Online-Shop der Firma individuell gestaltet werden. Im Gegensatz zu SL versucht Twinity jedoch, real existierende Metropolen so genau wie möglich nachzubilden. Die erste Stadt war Berlin, im Laufe des Jahres sollen London und Singapur folgen.
Die “Spiegelung” der realen Städte als virtuelle Abbilder ist durchaus sehr interessant, gerade für Werbetreibende. Denn die Verknüpfung beispielsweise zwischen real existierenden Läden und ihren virtuellen Abbildern erscheint wesentlich erfolgsversprechender als die komplett fiktionale Welt eines SL. Weiterhin könnte ich mir vorstellen, dass sich User interessiert zeigen, “ihre” Stadt virtuell zu betrachten und sie zu verändern. Das Konzept von Metaversum könnte also aufgehen, zudem man sagen muss: Twinity sieht wirklich gut aus. [via AsiaOne]
Sep 22
Endlich wurde der diesjährige Virtual Goods Summit angekündigt. Stattfinden wird die Konferenz am 10. Oktober in San Francisco. Die Konferenz beschäftigt sich hauptsächlich mit virtuellen Gütern und deren Wirtschaftskreisläufen. Dieses Jahr wird zudem der Horizont erweitert, denn längst sind virtuelle Waren nicht mehr nur auf Online-Games beschränkt, sondern sind auch in Social Networks etc. zu finden. Die Themen sind dabei ebenso vielfältig wie interessant, unter anderem werden diskutiert:
- What Users Want - Branded and User-Generated virtual Goods
- Making Virtual Economies Work
- Virtual Goods and Social Networks
Sprecher und Teilnehmer der Panels sind bisher beispielsweise Karl Mehta von Playspan, Amy Jo Kim von Shufflebrain, David Perry von Acclaim, Cary Rosenzweig von IMVU, Daniel James von Three Rings, Paul Thind von Habbo und Gene Hoffmann von Vindicia. Die Organisatoren sagen zu ihrer Veranstaltung:
“This year’s conference will bring together leading entrepreneurs, venture capitalists, technologists, and industry participants to spend the day discussing the present and future of this exciting new space. We encourage you to join us at this year’s event and participate in what promises to be a lively conversation.”
Die Teilnehmer und Themen klingen also durchaus lohnenswert. Auch wenn San Francisco vielleicht etwas zu weit weg liegt, um für eine Ein-Tages-Konferenz extra anzureisen, kann man hoffen, dass es die Ergebnisse im Anschluss zumindest in Teilen auch im Netz zu lesen gibt. [via WorldsInMotion]
Sep 18

Nach einem Bericht von GameIndustry.biz von der Austin GDC hat Google mehrere interessante Vorhaben mit Lively. Als wichtigster Punkt soll die 3D-Welt demnächst endlich für alle Entwickler geöffnet werden. Dies ist natürlich besonders für Spiele-Entwickler interessant, denen Lively so eine ganz neue Plattform bieten könnte. Wie Kreativdirektor Kevin Hanna sagte, soll Lively sich mehr öffnen: Das heißt, dass sich bald neben Google-Anwendungen wie YouTube auch Gadgets anderer Entwickler einbinden lassen können. So könnten sich nach Hanna beispielsweise zwei User beim Spielen an einem virtuellen Spielautomaten gegenseitig über die Schulter schauen. Ein weiteres interessantes Feature in diesem Kontext ist der Gedanke von Google, die API von Lively sogar soweit zu öffnen, dass ein Entwickler (oder sogar ein ganz normaler Nutzer) komplette Spiele in 3D bauen kann - ausschließlich durch Lively. Dieses Feature sei auch fest eingeplant.
Eine der wichtigsten Fragen, die sich nun natürlich stellt, ist die der Bezahlung. Nach Hanna plant Google keinesfalls ein eigenes Bezahlsystem mit virtueller Währung oder ähnlichem, will aber dennoch ein Peer-to-Peer System für die User erstellen, um den Kauf und Verkauf von Content zu ermöglichen. Für die Zukunft erhofft sich Hanna, dass Lively so unsichtbar wie Flash oder Html wird und damit zu einem Grundbaustein des Internets: “Google has already been in 3D world space, if you think of like Google Earth - a tool a lot of us use every day. [...] “Google in 3D space and online space is here to stay as much as any online company.” [via GameIndustry.biz]
Sep 06

Die Firma Virtual Greats hat eine durchaus interessante Geschäftsidee: Sie kooperiert mit realen Prominenten und vermarktet das Aussehen, die Gesten, die Frisuren, kurz, alles was die Berühmtheit berühmt macht, in Online-Welten. Das heißt also, dass jeder User sich beispielsweise eine Elvis-Frisur, Justin Timberlakes Tänze oder Snoop Doogs coole Gesten kaufen und sogar kombinieren kann. Die Firma selbst drückt ihr Vorhaben so aus:
“Virtual Greats is the first company to create a platform to bring high-value, copyrighted material into this market. We are the world’s leading virtual goods sales and distribution system, connecting celebrities, artists and content creators with a new generation of fans through the online trade of likenesses, fashion, catchphrases, and other virtual representations of real-world talent.”
Nachdem die Firma bereits in Gaia Online aktiv war, kommt jetzt eine der bekanntesten Avatar Communitys, WeeWorld, hinzu. Das Konzept von Virtual Greats könnte also tatsächlich aufgehen. Denn obwohl virtuelle Güter und der Handel damit längst an der Tagesordnung vieler Menschen stehen, fehlte bisher tatsächlich ein legaler Mittler zwischen bekannten Künstlern und ihren Merkmalen. Jetzt muss sich zeigen, ob die User diesen auch annehmen, oder ob sie weiterhin auf selbstkreeierte Items setzen. [via WorldsInMotion]
Aug 25
Eine Studie der Universität von Manchester hat ergeben, dass der durchschnittliche Gold Famer in China ungefähr 77 Pfund (weniger als 100 Euro) im Monat verdient. Dennoch boomt die Industrie: Fast 500,000 Menschen verdienen weltweit ihr Geld mit virtuellen Items, 80 % davon alleine in China. Der Autor der Studie, Professor Richard Heeks, geht sogar soweit zu sagen, dass Gold Farming ein wichtiger ökonomischer Sektor in Entwicklungsländern ist:
“I initially became aware of gold farming through my own games-playing but assumed it was just a cottage industry [...].In a way that is still true. It’s just that instead of a few dozen cottages, there turn out to be tens of thousands.”
Dabei geht es nicht nur um Gold, auch Items werden in immer größerem Maßstab verkauft. Und auch ganz andere Zweige des Geschäfts blühen: So zum Beispiel Guides, die einem Spieler dabei helfen, möglichst schnell zu Leveln. Zwar sind die Zahlen schwierig zu verifizieren, Heeks geht jedoch von einem Gesamtmarkt von immerhin 500 Millionen US$ aus.
Im Originalartikel gibt es noch viele weitere, interessante Informationen. So kommt beispielsweise auch Steven Davis, der Chef der Game Security Firma Secure Play, zu Wort. Ebenfalls werden die illegalen Seiten des Geschäfts beleuchtet. Ein auf jeden Fall sehr lesenswerter Artikel. [via BBC]
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